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Callso

Bücherdiele

Bücher & Autoren, Geschichten und Anekdoten, Stimmung, Spannung und Dramatik. Große und kleine Gefühle - alles geschrieben schwarz auf weiss
Wenn Der Himmel Sich Teilt - Nicholas Evans, Werner Löcher-Lawrence

Mein zweites Buch, das ich von Nicholas Evans gelesen habe – und bestimmt nicht das Letzte! Die ersten 150 Seiten waren noch etwas zäh, etwas mühevoll, da hat der Autor noch deutlich die Handbremse angezogen. Dagegen sind die anschließenden 200 Seiten großes Romankino. Ein intensive und spannende Story, viel Gefühl und die verschiedenen Sichtweisen machen das Werk atemberaubend und höchst unterhaltsam.

Ben trennt sich nach vielen Jahren von seiner Ehefrau Sarah. Die Ehe zerbricht nicht nur, sondern lässt beide hilflos und zu Beginn auch verstört zurück. Die Kinder Abbie und Josh, beide nahezu erwachsenen, haben ebenfalls große Probleme mit der elterlichen Trennung. Abbie rutscht in ökologische und später auch düstere Kreise ab, Sohn Josh ist immer wieder auf der Suche nach sich selbst. Und auch die weiteren Protagonisten wie Ty oder Eve werden hervorragend geschildert. Die Beziehungen und Entwicklungen zwischen den Eltern, Ex-Partnern und der Beziehungen der Eltern zu den Kindern nehmen im Buch einen großen und sehr starken Raum ein.

Nicholas Evans ist ein Autor mit der Reife und der notwendigen Lebenserfahrung, der große Gefühle sucht und diese auch findet. Evans verfängt sich zwar immer mal wieder in Natur, Umwelt und Pferden – manchmal werden mir (dabei als Mann) die Sonne etwas zu strahlend und der Bach etwas zu silbern geschildert. Dennoch ist Nicholas Evans ein Autor, der großes Erzählkino absolut beherrscht und wahnsinnig routiniert seine Storys erzählt.

Insgesamt ein sehr feines Werk, das im zweiten Teil von der tollen Geschichte, den heftigen zwischenmenschlichen Beziehungen und der Spannung lebt. Ferner ist das Ende sehr bewegend. Lediglich der Buchtitel „Wenn der Himmel sich teilt“ ist für mich ebenso irritierend wie fehl am Platz!