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Callso

Bücherdiele

Bücher & Autoren, Geschichten und Anekdoten, Stimmung, Spannung und Dramatik. Große und kleine Gefühle - alles geschrieben schwarz auf weiss

Enttäuschung auf ganzer Linie

Überman - Tommy Jaud

Mensch, welch Vorfreude! Das schreibt der noch junge Altmeister des Humors deutscher Zunge ein neues Werk, so dass man mit hohen Erwartungen im neuen Büchlein blättert. Leider macht sich dann doch schnell Ernüchterung und etwas Enttäuschung breit. Ist das wirklich die Fortsetzung der sagenhaft komischen Simon-Peters-Saga? Zu verworren, zu hektisch, zu unglaubwürdig kommen viele Passagen daher… Die Story selber ist so verschroben und so unglaublich (bis unrealistisch), dass wir die an dieser Stelle mal aussparen wollen. Das Buch nimmt dabei immer wieder aktuelle Themenfelder auf. Von „Schlag den Raab“, über „Griechenland-Krise, Weltuntergang am 21.12.2012 und dem bedeutenden „Let´s dance-Finale“ von RTL. Als Zeitschriftenkolumne durchaus in Ordnung, aber in Buchform wirkt das manchmal etwas fehlplatziert.

Ansonsten ist und bleibt Tommy Jaud der Altmeister des deutschen Humors. Sprachlich super, und ganz viele fein auf den Punkt geschriebenen (und gebratenen) Situationen. Das sind die jaudschen Stärken. Gleichwohl haben seine herausragenden Bücher „Resturlaub“ und Hummeldumm“ deutlich mehr gegriffen und haben auch deutlich mehr Spaß gemacht.

Es bleiben bei der Komik leider einige (unerwartete) und unspaßige Kritikpunkte: Das Buch ist beim Lesen nicht so geflutscht. Die Geschichte kommt für mein Dafürhalten nicht so flüssig daher. Eher reiht sich Anekdote an Anekdote mit einzelnen mittelkurzen Kapitel, die die Geschichte selten richtig vorantreiben. So wirkt die Story etwas dünnlich, auch wenn einzelne Passage (das Jamie-Oliver-Kochen, der Finanzberater) herrlich komisch sind. So gibt es nur 3 1/2 Sterne, das Buch und die Story sind halt skurril der Marke XXL - manchmal wäre freilich weniger Überman etwas mehr (menschlich) gewesen