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Callso

Bücherdiele

Bücher & Autoren, Geschichten und Anekdoten, Stimmung, Spannung und Dramatik. Große und kleine Gefühle - alles geschrieben schwarz auf weiss

Krankheit, Leiden - Krebs!

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! Tagebuch einer Krebserkrankung - Christoph Schlingensief

Das ist schon schwierig, ein Buch zu bewerten, dass sich mit Krankheit, Leiden und dem Tod beschäftigt. Kein fiktiver Roman, sondern ein intimer Bericht eines krebskranken Menschen. Zudem der Einblick bzw. das Tagebuch eines „Promis“. All das, was man sonst so über Bücher formuliert (spannend, toll geschrieben, unterhaltsam) kann man sich bei diesem Werk getrost sparen.

Ich muss zugeben, dass ich vorher wenig Zugang oder gar ein Anhänger / Bewunderer von Christoph Schlingensief war. Einer der Hauptargumente für den Kauf war tatsächlich der Buchtitel. „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!“, das finde ich als Aussage (udn Buchtitel) höchst beeindruckend und bezaubernd. Das Tagebuch einer Krebserkrankung hat mich bei meinem Spontankauf dann auch irgendwie angesprochen.

Schlingensief ist als Provakateur bekannt, in dem Buch nimmt er freilich eine ganz andere Rolle ein. Hilflos, ängstlich und demütig, so mag man das Gefühlschaos und die Gemütslage während der Erkrankung wohl am besten beschreiben.

Es gibt sicherlich Bücher, die bei einer solchen Erkrankung mehr Mut machen (Lance Armstrong fällt mir da ein), aber gut und wichtig ist dieses Buch allemal. Und wenn der Autor auch nur erzählt, wie man sich im Verlauf der Krankheit an Kleinigkeiten erfreuen kann, sei es, dass er es genießt, Händchen zu halten oder ein Stück Pflaumenkuchen zu essen…

Das Buch entpuppt sich als schwere Kost, liegt ob der Thematik sehr schwer im Magen. Und ich selbst bin dann wohl doch eher der Romanleser, insofern nur eine recht durchschnittliche Bewertung

In einigen Passagen war mir der christliche Bezug, die Gedanken an Kirche und Gott zu ausgeprägt, so dass für mich einige Längen aufkamen. Unterm Strich bleibt die eindrucksvolle Hilflosigkeit und die Ausweglosigkeit einer solchen Erkrankung. Zudem hat es mir den Menschen Christoph Schlingensief - trotz der furchtbaren Krankheit - näher gebracht. Und das auf eine angenehm zurückhaltende und sympathische Art…